Das Projekt InLiQua - Internationale Lehrkräfte in Qualifizierung - berichtet an dieser Stelle über die neusten Entwicklungen in den Kursen: Welche Meilensteine haben unsere Teilnehmenden gemeistert, welche Methoden haben wir gemeinsam ausprobiert und was haben wir Neues im Programm. Dazu gehört auch unser WhatsApp-Kanal SchiLD - Informationen & Orientierung für internationale Lehrkräfte in Deutschland. Der Kanal richtet sich an internationale Lehrkräfte im Anerkennungs- und Ankommensprozess in Deutschland sowie an Beratende und Multiplikator:innen. Abonieren Sie ihn gerne hier.
Und darüber hinaus haben wir wieder spannende Themen aus unserem vergangenen und aktuellen InLiQua-Durchgang für Sie zusammengestellt:
In jedem Kursdurchgang zeigen sich besondere Stärken der Teilnehmenden, sei es in fachlicher Hinsicht, in der Bereitschaft, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen oder auch in der Zusammenarbeit. Die besondere Stärke von InLiQua 6 lag in der hohen Sozialkompetenz einzelner, jedoch auch der Gesamtgruppe.
Das zeigte sich zum einen in dem respektvollen Umgang miteinander auch bei kontroversen Haltungen, zum anderen in der Bereitschaft, einander zuzuhören und sich gegenseitig zu unterstützen. Die empathische Interaktion ermöglichte neben einer entspannten und freundlichen Unterrichtsatmosphäre gerade auch bei herausfordernden Themen (z. B. Erziehungsstile, Interkulturalität) einen offenen und mitfühlenden Kommunikationsstil.
Diese Fähigkeiten sind für die Arbeit an Schulen unerlässlich. Dazu in einer Umfrage für das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung:
„Schulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung sozial-emotionaler Fähigkeiten, die das Miteinander und das Lernen erleichtern. Den Stellenwert dieser sogenannten überfachlichen Kompetenzen zeigte schon das Schulbarometer 2024: Auf die Frage, welche Fähigkeiten Schulen heute vermitteln sollten, um Schüler:innen bestmöglich auf das Leben vorzubereiten, nannten Lehrkräfte 2024 am häufigsten Empathie, Selbstständigkeit und kritisches Denken.“ (...)1
Wir danken InLiQua 6 für die wertschätzende Zusammenarbeit.
1 https://bosch-stiftung.de/story/das-verhalten-ihrer-schuelerinnen-fordert-lehrkraefte-zunehmend-heraus abgerufen am 25.08.2026
Schon öfter haben wir in diesem Journal über die Praxiseinsätze während unserer Qualifizierung berichtet. Unsere Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kursen haben uns gezeigt, dass für eine erfolgreiche Umsetzung des Praktikums sowie für die Vorbereitung auf eine mögliche berufliche Anschlussperspektive eine professionelle Begleitung ein wichtiger zusätzlicher Baustein der Qualifizierung ist. Das wollen wir optimieren und freuen uns sehr, dazu Annelie Krügel als Jobcoach unserem Team neu dabeizuhaben. Durch das Jobcoaching erhalten die Teilnehmenden Unterstützung bei der Praxissuche und eine verstärkte Begleitung während ihres Praxiseinsatzes.
Dazu Annelie Krügel: „Ein Praktikumsplatz allein ist noch kein erfolgreicher Praxiseinsatz. Mir ist wichtig, die Teilnehmenden dabei zu unterstützen, ihre Möglichkeiten zu erkennen, sich gut einzubringen und aus ihren Erfahrungen konkrete nächste Schritte für ihren beruflichen Weg zu entwickeln.“
Wir freuen uns darauf, mit dem Jobcoachingangebot zudem ein wichtiges Bindeglied für die Kommunikation mit den Schulen zu schaffen und so den Austausch mit unseren Ansprechpartner*innen vor Ort zu intensivieren.
In unserem nächsten Journal werden wir ausführlicher von unseren Erfahrungen mit dem Jobcoaching berichten!
Eine verständliche, gute Aussprache im Lehrerberuf ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausübung dieses Berufes, weil die Sprache das wichtigste Werkzeug im Unterricht ist. Eine gute Aussprache unterstützt auch dabei, fachliche Kompetenzen sichtbar und hörbar zu machen.
Unsere InLiQua-Teilnehmenden haben die Möglichkeit, an einem zusätzlichen Phonetik-Workshop teilzunehmen und mit einem Phonetik-Trainer selbstständig ihre Aussprache zu verbessern.
Es gibt insgesamt 10 Treffen, in denen InLiQuas Tipps und Tricks rund um folgende Themen bekommen: Betonung, Intonation in Aussage- und Fragesätzen, Aussprache von Vokalen und Konsonanten. Auch zur Alltagssprache und phonetischer Reduktion gibt es ein Treffen. Nach jedem Treffen bekommen die Teilnehmenden Aufgaben zum selbstständigen Erarbeiten. Sie arbeiten mit dem Phonetiktrainer SCHULE deine Aussprache https://www.klett-sprachen.de/schule-deine-aussprache-phonetiktrainer-b2-c2-fuer-lehrerinnen-und-lehrer-digitale-ausgabe-allango/t-1/NP10083701000 und mit Online-Übungen.
Neben der Aussprache wird auch der Wortschatz rund um den Lehrerberuf trainiert: Ein Elterngespräch durchführen, eine Aktivität anleiten etc.
Alle, die am Phonetik-Workshop teilgenommen haben, haben ihre Aussprache verbessert, nach Einschätzung der Teilnehmenden besonders in folgenden Teilen:
Das sagen unsere Lernenden zum Phonetik-Workshop:
Unser nächstes Aussprachetraining startet am 16.09.2026 und es gibt noch freie Plätze. Zur Anmeldung geht es hier: https://www.deutsch-am-arbeitsplatz.de/fortbildungen/aussprachetraining-fuer-zugewanderte
Sofia Ghamari hat im Jahr 2025/2026 an InLiQua 5 teilgenommen. Sie kommt aus dem Iran und hat dort als Archäologin und Lehrerin gearbeitet. Nach einem erfolgreichen Abschluss der Qualifizierung hat sie sich bei einer Schule beworben und hat eine Anstellung als Vertretungslehrkraft an einer Grundschule bekommen. Folgendes erzählt Sofia über ihre Teilnahme an InLiQua:
„InLiQua war für mich eine wichtige Brücke, um meine bisherigen Erfahrungen und beruflichen Kompetenzen in das deutsche Bildungssystem einzubringen. Schon im Iran hatte ich Erfahrung im Unterrichten und in der Arbeit an einer Schule. Die Herausforderung für mich bestand darin, meinen bisherigen beruflichen Weg in das deutsche Bildungssystem zu übertragen und dort neue Möglichkeiten zu finden.
Durch InLiQua konnte ich das deutsche Schulsystem besser kennenlernen, praktische Erfahrungen an einer Schule in Hamburg sammeln und wichtige Einblicke in den schulischen Alltag gewinnen. Das Programm hat mir die Möglichkeit gegeben, einen Weg in das deutsche Bildungssystem zu finden, den ich zuvor für sehr schwierig gehalten hatte.
Heute arbeite ich als Vertretungslehrkraft an einer Grundschule. Für mich ist das ein sehr wichtiger Schritt, weil ich damit in Deutschland in einem Beruf arbeiten kann, den ich von Herzen gerne ausübe. Ich bin InLiQua sehr dankbar, weil mir das Programm geholfen hat, meine bisherigen Erfahrungen mit den Anforderungen des deutschen Bildungssystems zu verbinden und mir eine echte berufliche Perspektive in Deutschland zu eröffnen.“
Sofia Ghamari
„Was wir allein nicht schaffen, das schaffen wir miteinander.“
(Friedrich Wilhelm Raiffeisen)
Ein Journal wie dieses entsteht nicht im Alleingang. Es lebt von Menschen, die Ideen einbringen, Erfahrungen teilen, Türen öffnen, Fragen stellen, Neues ausprobieren und gemeinsam nach Lösungen suchen. Genau dafür möchten wir allen danken, die das Projekt InLiQua begleiten und mit ihrem Engagement bereichern.
Unser besonderer Dank gilt den Menschen, die wir im Rahmen des Projekts kennenlernen durften. Ihre Geschichten, Erfahrungen und Perspektiven zeigen, wie vielfältig Wege in den Beruf sein können – und wie viel Mut, Ausdauer und Offenheit es braucht, neue berufliche Schritte zu gehen. Die Begegnungen mit unseren Teilnehmenden haben InLiQua geprägt und uns immer wieder inspiriert.
Von Herzen danken wir außerdem unserem engagierten Team sowie allen Referentinnen und Referenten, Kooperationspartnern und Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern. Mit ihrer fachlichen Expertise, ihrer Erfahrung und nicht zuletzt ihrer Begeisterung haben sie dazu beigetragen, dass aus Ideen konkrete Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten werden konnten.
Ein großes Dankeschön geht auch an die Schulen, Ganztagseinrichtungen und weiteren Praxispartner, die ihre Türen geöffnet und Einblicke in ihren Arbeitsalltag ermöglicht haben. Die Bereitschaft, Erfahrungen zu teilen, Fragen zu beantworten und neue Perspektiven zu eröffnen, war für unsere Teilnehmenden besonders wertvoll.
Und natürlich danken wir allen Förderern und Unterstützern, die InLiQua ihr Vertrauen schenken. Ihre Unterstützung schafft den Rahmen dafür, dass Begegnungen möglich werden, Kompetenzen wachsen und neue berufliche Perspektiven entstehen können.
Dieses Journal versteht sich deshalb auch als Momentaufnahme eines gemeinsamen Weges. Es erzählt von Erfahrungen, Erkenntnissen und Begegnungen – und von dem, was entstehen kann, wenn Menschen sich aufeinander einlassen und gemeinsam an einer Sache arbeiten.
Danke an alle, die diesen Weg mit uns gehen und InLiQua zu dem machen, was es ist: ein Projekt, das Menschen zusammenbringt, Perspektiven eröffnet und Zukunft gestaltet.
Unser nächster Durchgang startet am 30. November 2026 und es bleibt genug Zeit, mit den Kolleg*innen einen Beratungstermin zu vereinbaren, zu den Kennenlerntreffen zu kommen und sich einen Praktikumsplatz zu suchen. Starten Sie mit uns durch und registrieren Sie gern Ihr >> Interesse
Das Projekt "InLiQua" wird im Rahmen des Förderprogramms IQ - Integration durch Qualifizierung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Bundesagentur für Arbeit. Weitere Fördererin ist die Freie und Hansestadt Hamburg.
Alle Angebote im Regionalen Integrations-netzwerk Hamburg unter
www.hamburg.netzwerk-iq.de
Kursaufbau
Sprachliche Qualifizierung:
bei fehlendem B2-Niveau 400 UE Berufssprachkurs mit Ziel B2 (30 UE/Woche)
Fachliche Qualifizierung:
- Fachunterricht in den Bereichen Schule und Ganztagsbetreuung
- Praxiseinsätze im pädagogischen Bereich
Dauer der gesamten Maßnahme:
vorgeschalteter Berufssprachkurs B2: 4 Monate
fachliche Qualifizierung: 6 Monate
Weitere Informationen zur beruflichen Anerkennung unter:
Kontakt & Anmeldung
PASSAGE gGmbH
Nagelsweg 14
20097 Hamburg
Dr. Olga Haber | Tel.: 040/ 87 09 09 19
E-Mail: olga.haber(at)passage-hamburg.de
Silvia Brassel | Tel.: 040/ 636 75 382
E-Mail: silvia.brassel@passage-hamburg.de
Für die Anmeldung benötigen wir folgende Unterlagen:
>> Hier nochmals alle Infos als pdf-Flyer
Text, Recherche und Fotos: Silvia Brassel | Dr. Olga Haber | Monika Siegert
Umsetzung: Dr. Sarita Batra