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Von der Krisenreaktion zur Innovation? – digital vermitteltes Lehren & Lernen reflektiert und evaluiert

Eine Vortragsreihe der IQ Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch

Eine turbulente, nicht einfache Zeit geprägt von Unsicherheit aber auch von großem Engagement, von spontaner Kreativität und Flexibilität hat zahlreiche digitale Brücken hervorgebracht, um den lebendigen Kontakt zu den Lernenden zu halten und Sprachtrainings, berufliche Anpassungsqualifizierungen und Fortbildungen weiterhin durchführen zu können.

Nach mehr als einem Jahr intensivem digitalen „Work-out“ möchten wir u.a. mithilfe des Qualitätsdreiecks zum Einsatz von digitalen Medien im berufsbezogenen Deutsch sowie im Austausch mit Ihnen und unterschiedlichen Expert*innen Zwischenbilanz halten. Wir möchten Ihre und unsere Erfahrungen in und mit der digitalen Dimension reflektieren und diskutieren sowie insbesondere nach den Wirkungen und Schlussfolgerungen beim Einsatz digitaler Medien bezüglich der Aufgaben & Lernziele der berufsbezogenen Sprachbildung fragen.

 

 


„Mehrsprachig, digital und superdivers: Teilnehmer*innen-Orientierung neu ausgeleuchtet“

Vortrag und Austausch mit Martin Wurzenrainer, Verein Projekt Integrationshaus Wien und Thomas Laimer, Die Wiener Volkshochschulen am Freitag, 15. Oktober 2021, 16:00 bis 18:30

Der erweiterte Blick aus den Perspektiven Mehrsprachigkeit, Digitalisierung und Superdiversität auf die Lernenden soll die Augen erneut öffnen für Fragen der Ausgestaltung und Qualität von teilnehmer*innenorientierten Lehr-/Lernprozessen:

Die Pandemie und die  damit verbundene Umstellung auf Online-Unterricht hat die Verwendung und Nutzung der Mehrsprachigkeit in den virtuellen Kursräumen stark eingeschränkt. Warum eigentlich?

Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Mehrsprachigkeit für den Lernprozess eine wichtige Ressource sein kann und die gesamtsprachlichen Repertoires von den Lernenden aufgrund digitaler Möglichkeiten frequenter und vielfältiger als früher genutzt werden. Umso wichtiger erscheint es, die Mehrsprachigkeit beim Online-Lernen mit gezielten Aktivitäten in den Unterricht einzubinden und Räume für mehrsprachige Interaktionen bzw. Reflexionsprozesse zu öffnen.

Die neue und komplexe Diversität, die sich in Migrationsgesellschaften einerseits aus einer Vielzahl an Herkunftsländern und Erstsprachen ergibt und andererseits Gruppen auch in größerer innerer Differenziertheit in Bezug auf soziale Lagen und Lebensentwürfe zeigt, macht auch einen veränderten Umgang mit dieser Form der Superdiversität in Deutsch-als-Zweitsprache Kursen nötig - sowohl offline als auch online.

Dazu gibt es unterrichtliche Ansätze, die Lernenden und Unterrichtenden gleichermaßen ermöglichen, sich der eigenen sprachlichen Repertoires und Mehrfachidentitäten bewusst zu werden, diese zu reflektieren und das Potenzial von Superdiversität und Mehrsprachigkeit für den Lernprozess und die Unterrichtsgestaltung zu erkennen. Soziolinguistische Themen, wie z. B. die Verwendung und das Erleben bestimmter Sprachen in unterschiedlichen Kontexten, sollen verstärkt im Unterricht behandelt werden, wobei den Lernenden eine stark gestaltende Rolle zukommt.

Dieser Beitrag präsentiert Ergebnisse einer Tagung mit Unterrichtenden zum Thema Covid und Mehrsprachigkeit, zeigt mehrsprachige Netzwerke von Lernenden und reflektiert Aktivitäten, die Räume für mehrsprachige Interaktionen öffnen und Diversitätserfahrungen der Teilnehmer*innen im Online-Unterricht in den Blick nehmen.

Anmeldung
Ein Anmeldung ist bis zum 04. Oktober 2021 unter dem folgenden Button möglich.

Martin Wurzenrainer, Verein Projekt Integrationshaus Wien, studierte an der Universität Wien Germanistik und Philosophie, Pädagogik und Psychologie auf Lehramt. Er ist fachlicher Geschäftsführer des Vereins Projekt Integrationshaus und in der Aus- und Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich und anderen Einrichtungen tätig.

Thomas Laimer, Die Wiener Volkshochschulen, studierte Germanistik und Romanistik auf Lehramt an der Universität Wien. Er leitet die VHS Ottakring und ist als Referent in der Aus- und Weiterbildung für Die Wiener Volkshochschulen und die Universität Wien tätig.

Ihre zentralen Thesen zur „Ressource Mehrsprachigkeit“, die aus der gemeinsamen Arbeit in der Entwicklungspartnerschaft MEVIEL (mehrsprachig – vielfältig) entwickelt wurden, fassen die beiden Referenten in diesem Artikel des Magazins erwachsenenbildung.at zusammen.


"Unterrichtsqualität online und offline
- Interaktion als Basis guten Unterrichts"

Auftakt und Eröffnungsvortrag mit Univ.-Prof. Dr. Hermann Funk, Friedrich-Schiller-Universität Jena,
am 07. Juni 2021, 16:00 bis 18:30

Zu den wenigen positiven Aspekten der aktuellen Pandemie-bedingten Umstellungen gehört, dass wir zum einen gelernt haben, welche Potenziale uns ein digital basierter Fremdsprachenunterricht bietet, zum anderen aber auch den Wert dessen schätzen gelernt haben, was Präsenz und direkte persönliche Lernerkontakte bewirken können. Der Schlüssel zu erfolgreich unterstützten Lernprozessen bleibt die Qualität der themenzentrierten Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden, die punktgenaue persönlich Unterstützung und vertiefte Lernaufmerksamkeit ermöglicht. In der Veranstaltung soll der Frage nachgegangen werden, welche Übungsformate und Unterrichtszenarien zu diesem Zweck hilfreich bzw. weniger hilfreich sind. Ausgehend von einigen Erkenntnissen der Interaktionsforschung soll vor allem zwei Fragen nachgegangen werden:

Welche digital-interaktive Übungsformate unterstützen die Interaktion im Lernprozess? 

Welche digitalen Übungsangebote in Lehrwerken und Apps sind weniger zielführend, bzw. sogar Rückschritte?

Da eine Rückkehr zum status quo ante pandemia weder wahrscheinlich noch erstrebenswert ist, lohnt es, sich mit der Frage zu befassen, wie zukünftig eine zielführende Mischung zwischen digital-gestützten und Präsenz-basierten Lernszenarien im Sprachunterricht aussehen könnte.

Anmeldung
Die Anmeldung für die live-Teilnahme ist leider abgelaufen. Wir hoffen aber, Ihnen den Vortrag im Nachgang als Video zur Verfügung stellen zu können.

 

 

Professor Hermann Funk ist Senior-Professor am Institut für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache & Interkulturelle Studien der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zusammen mit Christina Kuhn leitet er dort die „Arbeitsstelle für Lehrwerkforschung und Materialentwicklung (ALM)“ https://www.alm.uni-jena.de/.

„Es geht darum, Lernerfolge zu erreichen und sie für die Lernenden spürbar zu machen, die Lernenden in eine aktive und nicht in eine reaktive Rolle zu bringen. Ein wichtige Aufgabe von Aus- und Fortbildung ist und bleibt es, Lehrkräfte auf einen entspannten und effektiven Umgang mit digitalen Medien vorzubereiten.“


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Die Veranstaltungsreihe KLICKPUNKT DaZ@work wird im Verlauf des Jahres noch weitere Termine anbieten. Behalten Sie unsere Seite im Auge oder lassen Sie sich in unseren Verteiler aufnehmen. Schreiben Sie dazu einfach eine kurze Mail an dialog(at)deutsch-am-arbeitsplatz.de Wir freuen uns, Ihnen in Kürze an dieser Stelle mehr dazu zu veröffentlichen.