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Glossar

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Handlungsorientierung ist im Kontext des berufsbezogenen Sprachunterrichts in ganz direktem Sinn zu verstehen: Die im Sprachunterricht thematisierten Situationen und Problemstellungen erwachsen aus dem beruflichen Alltag der Lernenden. Zur Ermittlung und Integration der relevanten sprachlich-kommunikativen Handlungen bedarf es einerseits der aktiven Mitarbeit der Teilnehmenden an der Planung und Durchführung des Unterrichts und andererseits einer Sprachbedarfsanalyse.

Durch das anschließende Herstellen von Unterrichtssituationen, die möglichst viele berufliche oder lebensweltliche Interaktionssituationen enthalten, werden die Kursteilnehmer_innen besser auf den Arbeitsalltag vorbereitet.

Nach Ernst Maurer sind typische Formen eines handlungsorientierten Unterichts, in dem Arbeitshandlungen mit Deutschlernaktivitäten verbunden werden können, folgende: Projektarbeit, Exkursionen, Aufgaben zur Informationsbeschaffung, Simulationen und arbeitsmarktbezogene Rollenspiele.

Siehe auch:
Berufsbezogene Deutschkurse

Heterogenität - der aus dem Griechischen stammende Begriff für "Ungleichartigkeit" - verweist im Kontext von Unterricht und Bildung auf Lernergruppen, in denen die einzelnen Lernenden unterschiedliche Voraussetzungen und Kompetenzen mitbringen. Häufig wird sich mit Heterogenität auf deutliche Leistungsunterschiede in Sprachkursen oder Schulklassen bezogen.

Heterogenität - darauf verweist die neuere Literatur zu (schulischer) Bildung - ist jedoch immer eine soziale Konstruktion: Was als heterogen wahrgenommen wird, hängt von dem Maßstab ab, mit dem eine bestimmte Homogenität als Normalität definiert wird.

Mittels Binnendifferenzierung und Methodenvielfalt sollen Lehrende im Unterrichtskontext auf verschiedene Lernbedürfnisse eingehen.

Heteronormativität beschreibt die Normsetzung von Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit. Die Herstellung der „heteronormativen Ordnung“ ereignet sich zum einen im Rahmen alltäglicher Praktiken und ist zum anderen auch institutionalisiert. Damit Heterosexualität und die eindeutige Zugehörigkeit zu einem (nämlich dem Geburtsgeschlecht) zur Norm und zur erzwungenen Normalität werden, müssen andere Lebenswirklichkeiten und Geschlechtsidentitäten –wie etwa Intersexualität und transidentische Menschen sowie Homosexualität – tabuisiert, pathologisiert und ausgegrenzt werden. Eine der bedeutendsten Kritiker_innen der heterosexuellen Matrix und der durch Geschlechternormen ausgeübten Gewalt ist Judith Butler.

Wir haben uns entschieden, den Begriff Heteronormativität hier zu definieren, weil wir der Meinung sind, dass eine fundierte Kritik an Ausgrenzungsmechanismen (wie etwa Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit oder aber Sexismus, Behinderung oder Klassismus) auch die Geschlechterordnung in den Blick nehmen muss. Der hier konsequenterweise benutzte _Unterstrich soll dabei Menschen repräsentieren, für die die deutsche Sprache mit ihren semantisch und grammatisch angelegten zwei Geschlechtern keinen Ort schafft: Intersexuelle und transidentische Menschen sowie solche, die sich ihrem Geburtsgeschlecht nicht zugehörig fühlen oder aber keine eindeutige Männlichkeit oder Weiblichkeit verkörpern wollen (z.B. Drag Queens & Kings oder die lesbische Butch und und und ....).

_ eröffnet nach Steffen Kitty Herrmann somit einen Raum, in dem sich Gendermigrant_innen und Heteronormativitätsflüchtigen aller Couleur tummeln können.