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Lernen strukturieren und planen (Lernzirkel)

Lernzirkel

Wir empfehlen, das Lernen im Sprachmentoring in 4-Schritte zu strukturieren.

Schritt 1: Analyse und Lernziele finden

Am Anfang des Mentorings steht die Analyse. Mentee und Mentor*in klären folgende Fragen:


·        Welche sprachlichen Anforderungen erlebt ein*e Mentee im Arbeitsalltag.

·        Was braucht sie*er? Was will sie*er lernen?

·        Was kann sie*er schon?

·        Was braucht sie*er, um gut lernen zu können?


In der Analyse findet man die Lernziele.

Tipp für das Tandem:

Lernziele sollten konkret und klein genug sein, um sie bearbeiten zu können.

Beispiele für Lernziele:

Ø  Der Mentee weiß, wie die Arbeitsmaterialien heißen, mit denen er arbeitet.

Ø  Die Mentee kann in vollständigen einfachen Sätzen über ihre Arbeit sprechen.

Ø  Der Mentee kennt mehrere Möglichkeiten, wie er nachfragen kann, wenn er etwas nicht versteht.

Ø  Die Mentee kann situationsbezogen nachfragen, wenn sie etwas nicht versteht.

 

Schritt 2: Planung

Für einzelne Lernziele gibt es oft unterschiedliche Wege, wie man es lernen kann. Um zum Beispiel Fachbegriffe von Arbeitsmaterialien zu lernen, kann man
- ein Foto vom Arbeitsplatz machen und es beschriften,
- die Gegenstände selbst beschriften,
- zu einem Oberbegriff die Fachbegriffe finden,
- für Arbeitsvorgänge alle Fachbegriffe sammeln usw.

Viele Anregungen hierzu finden Sie weiter unten.

Ein Beispiel für eine Planung finden Sie hier

Tipp für das Tandem:

Finden Sie gemeinsam einen geeigneten Lernweg. Stimmen sie ab: Wo braucht ein*e Mentee Begleitung? Was kann sie*er auch alleine machen? Schreiben Sie Ihre Planung am besten auf!

Schritt 3: Durchführung

Die Lernschritte umzusetzen liegt in der Hand der Mentees. Es ist für Mentor*innen wichtig, ihre*n Mentee so viel wie möglich alleine machen zu lassen. So lernt man am besten! Gleichzeitig aber sollten ein*e Mentor*in da sein, wenn ein*e Mentee Hilfe braucht.

Tipp für Mentor*innen:

Wenn Ihr*e Mentee einen eigenen Weg zum Ziel geht, greifen Sie nicht sofort ein. Zum einen gilt: Viele unterschiedliche Wege führen zum Ziel. Das Ausprobieren neuer Lernwege gehört dazu, ebenso wie das Nachdenken über den eigenen Lernweg.

Schritt 4: Reflexion

Reflexion bedeutet „nachdenken“. Hier bespricht das Tandem, was die*der Mentee alles gelernt hat und wo noch offene Fragen sind. Mentor*innen achten darauf, Mentees auch hier so viel Raum wie möglich zu lassen. Am besten ist es, wenn Mentees selbst möglichst viel darüber erzählen.

Kernfragen für die Reflexion:

·        Wie ging es dir? Was ist dir leichtgefallen? Wo hattest du Schwierigkeiten?

·        Welche Fragen hast du noch? Was ist dir noch unklar?

·        Was weißt du jetzt, was du vorher noch nicht gewusst hast?

Weitere Fragen für die Reflexion:

·        Wie war das Zusammenwirken von Mentee und Mentor von beiden Seiten aus gesehen?

·        Was soll ich / willst du / wollen wir das nächste Mal vielleicht anders machen?

Tipp für das Tandem:

Zuerst berichten Mentees über ihre Erfahrungen und stellen ihre Fragen. Erst danach geben Mentor*innen ihre Einschätzungen ab.

Am Ende kann man sich das nächste Lernziel vornehmen und der Zyklus beginnt von vorn.