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Zusammenfinden von Mentees und Sprachmentor*innen

Für die Tandems ist es beim Kennenlernen ratsam,

  • über Erwartungen und Wünsche zu sprechen,
  • eine für beide passende Arbeitsweise zu finden (Turnus und Ort der Treffen, Dauer insgesamt)
  • Regelungen für Erreichbarkeit, zeitliche Kapazitäten, Absagen von vereinbarten Terminen usw. abzusprechen.
  • Vertraulichkeit zu vereinbaren (Was dürfen Kolleg*innen oder andere wissen? Was nicht?)
  • Sich über Feedback zu verständigen

Wenn sich beide Personen eine Zusammenarbeit vorstellen können, geht es an die konkrete Spracharbeit.

 

Aufgaben und Haltung als Sprachmentor*in

Die Aufgabe der Mentor*innen könnten sein:

Reflexionshilfe geben

Mentor*innen helfen den Mentees, sich klar zu werden was sie konkret lernen wollen, über welche Sprachfähigkeiten Mentees schon verfügen, was sie brauchen, um gut zu lernen und festzuhalten, was sie*er neu gelernt hat.

Beraten und Begleiten

Im Tandem suchen sie Wege, wie die Mentees die gesteckten Lernziele möglichst selbstständig erreichen. Mentor*innen machen Vorschläge über unterschiedliche Wege.

Wissen und Erfahrung über Sprache weitergeben

Jede*r Mentor*in hat ihre*seine eigenen Erfahrungen und Wissen über die Sprache. Hat die*der Mentor*in selbst Deutsch als Zweitsprache gelernt, kann sie*er auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Beim Weitergeben von Wissen hilft es darauf zu achten, dass der Mentee nicht dominiert und mit Informationen „überschüttet“ wird. Besser ist es, den Mentee zu ermutigen, Fragen zu stellen und diese zu beantworten und dabei darauf zu achten, ob der Mentee die Informationen bekommt, die sie*er braucht.

Braucht die*der Mentee mehr Unterstützung, raten wir zu einem Gespräch mit der Führungskraft. Dort kann man besprechen, was es für weitere Möglichkeiten gibt.

Eigenes Aufgabenverständnis und Vorgehen reflektieren

Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln gelingt umso besser, je mehr gegenseitiges Vertrauen und Zutrauen vorhanden ist. Dabei ist es wichtig, dass die Beziehung von Wertschätzung und Respekt geprägt ist. Und auch wenn die*der Mentee die*derjenige ist, der die Sprache schlechter beherrscht, ist es wichtig, dass die Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet. Wenn es dem Mentee gerade an Zuversicht fehlt, hilft Mut zu machen und den Blick auf bereits Erreichtes zu richten.

Für Mentor*innen ist es wichtig, dass sie sich klar darüber werden, was sie leisten können und was nicht. Dies sollten sie sowohl mit dem Mentee als auch mit der Führungskraft besprechen.

 

Sprachmentor*innen als Botschafter*innen für DaZ im Betrieb

 

Rolle und Aufgaben Mentee / Wie und wo kann ich als Mentee aktiv werden

Mentees sollten ein persönliches Interesse mitbringen, ihre Sprachfähigkeit zu verbessern. Sie sollten bereit sein, Anregungen anzunehmen und auch Neues auszuprobieren. Es hilft dem Mentoringprozess, wenn sich auch Mentees klar werden: Wie viel Zeit und Energie will ich in das Sprachmentoring einbringen ? Wie oft sollen die Treffen stattfinden?

Wenn es zeitweise keine Offenheit für weiteres Deutschlernen gibt, beispielsweise wegen der Sorge um Angehörige, finanzielle Probleme oder ähnliches der „Kopf dafür“ gar nicht frei ist, dann ist es gut das Sprachmentoring zu unterbrechen.

 

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