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Integration/Integrationshemmnisse

Kurz gesagt:

Der Begriff der Integration beschreibt ganz allgemein die Eingliederung Einzelner in ein bestehendes System.

Im Kontext von Schule und Unterricht beschreibt Integrationspädagogik ein Konzept, nach dem einzelnen Lernenden spezielle Fördermaßnahmen zuteil werden.

Im migrationspolitischen Kontext zielt „Integration“ auf eine gesteigerte Partizipation von Migrant*innen am Arbeitsmarkt, an Bildung und Qualifizierung und am gesellschaftlichen Leben. Mit Integrationspolitik können verschiedene Haltungen, Ziele und Denkfiguren verbunden sein:

Verfechter*innen einer konservativen Denkrichtung fordern die erhöhte Teilhabe von (vor allem qualifizierten) Migrant*innen im bestehenden System um den Preis von deren Assimilation sowie verschiedenen Gegenleistungen. Andere Vertreter*innen von Integrationspolitik gehen davon aus, dass Einheimische und Migrant*innen aufeinander zugehen und voneinander lernen. Die Machtverhältnisse der Mehrheitsgesellschaft – wer über Definitionsgewalt, Partizipation und Anerkennung bestimmt – bleiben jedoch in der Regel in beiderlei Verständnis unberücksichtigt.


IAB Studie zur Arbeitsmarktintegration von Einwanderern

Einwanderung nach Deutschland zahlt sich für die Migranten wirtschaftlich aus. Dieses Fazit zieht die Längsschnittuntersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 2014, die auf einer neuen IAB-Migrationsstichprobe mit rund 5000 Befragten beruht. Der Studie zufolge ist u. a. das durchschnittliche nominale Nettoeinkommen der Migranten mehr als doppelt so hoch wie im Auswanderungsland. Einwanderer und Einwandererinnen mit sehr guten Sprachkenntnissen erzielen rund 20 Prozent mehr Lohn als diejenigen, die die deutsche Sprache nicht gut beherrschen. Rund ein Drittel der Migranten die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse beantragt habe.  

Zum IAB-Kurzbericht 21/2014 


Prozesskette der beruflichen Integration

Das Förderprogramm IQ hat ein Modell einer „Prozesskette der beruflichen Integration“ entwickelt, das fünf typische Phasen definiert, die für eine berufliche Integration wichtig sind und zu denen es Angebote geben sollte – auch im Bereich des berufsbezogenen Deutschunterrichts: 

  1. Zugang, Ansprache, Information
  2. Berufliche Orientierung und Planung
  3. Umsetzung und Qualifizierung
  4. Einstieg in die Erwerbstätigkeit
  5. Erwerbstätigkeit sichern und entwickeln

Studie: Integrationshemmnis Leiharbeit

In ihrer explorativen Studie "Integrationshemmnis Leiharbeit" untersucht die Autorin Dr. Sandra Siebenhüter die Auswirkungen von Leiharbeit auf Migrant_innen. Die für die Studie durchgeführten Befragungen spiegeln vor allem die Arbeitssituation in der  Metall, Elektro- und Druckindustrie. Dabei stehen die Perspektiven der Leiharbeiter_innen im Mittelpunkt. Deutlich wird, dass  Migrant_innen in Leiharbeitsverhältnissen von Exklusionen auf mehreren Ebenen  bedroht sind. Die sehr übersichtlich aufgebaute Studie kann auf der Website der Otto-Brenner-Stiftung heruntergeladen werden.


Realsatire: Das bleibt im Halse stecken!

Ein bitteres Bonbon: Der Arzt in Wächtersbach, der keine kinderreichen islamistischen Familien behandeln will. Kommentiert von Petra Szablewski-Cavus.

Zum Fundstück des Monats


Politiker fordern Intelligenztest – aber für wen?

„Die Berliner CDU fordert einen Intelligenztest für zuwandernde Ausländer.“ Diese Meldung der BILD, die auf Aussagen des innenpolitischen Sprechers der Berliner CDU Peter Trapp fußte, wurde binnen kürzester Zeit von zahlreichen Zeitungen und online-Redaktionen verbreitet. 

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„Sprachkursverweigerer“ am Pranger: ein Kommentar von Bettina Kleiner

Zu dem medialen Diskurs, der sich in letzter Zeit häufig in Schlagzeilen und Pressemeldungen über Urteile von Arbeitsgerichten wegen mangelnder Deutschkenntnisse abbildet, eine erste kritische Stimme in unserer gleichnamigen neuen Portalrubrik. Entzündet hat sich die Diskussion an einem besonderen Fundstück.

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