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„Gut, dass Kursleiter nie krank werden“: eine Postkartenaktion der Hamburger Honorardozenten

Mit einer originellen Aktion machen Kursleitende der Hamburger Volkshochschule auf ihre prekäre soziale Lage aufmerksam. Es wurden 3.000 farbige Postkarten verteilt  - mit der Bitte, sie an Schulsenator Ties Rabe (SPD) zu schicken. Darauf zu sehen ist ein Spanisch-Dozent, mal an Krücken, mal am Tropf, mal in eine Decke gehüllt. 

Postkartenaktion (Karte 1)

Postkartenaktion (Karte 2 und 3)

 

Synästhetik alla turca

Mit den Augen hören und Bildern lauschen: Ein witziges und grafisch sehr kreatives virtuelles Spracherlebnis oder eine Verunglimpfung der türkischen Sprache? Entscheiden Sie selbst! 

Zum Fundstück des Monats

 

Für alle, die den türkischen Text nicht verstehen, hier die erste Strophe und die deutsche Übersetzung des Liedes.

 

Und hier noch mehr Videos und Hintergrundinfos für neugewonnene coldmirror-Fans.

Realsatire: Das bleibt im Halse stecken!

Unser bitteres Bonbon zum Abschluss: Der Arzt in Wächtersbach, der keine kinderreichen islamistischen Familien behandeln will. Kommentiert von Petra Szablewski-Cavus.

Zum Fundstück des Monats

Politiker fordern Intelligenztest – aber für wen?

„Die Berliner CDU fordert einen Intelligenztest für zuwandernde Ausländer.“ Diese Meldung der BILD, die auf Aussagen des innenpolitischen Sprechers der Berliner CDU Peter Trapp fußte, wurde binnen kürzester Zeit von zahlreichen Zeitungen und online-Redaktionen verbreitet:  «Wir müssen bei der Zuwanderung Kriterien festlegen, die unserem Staat wirklich nützen», wird Trapp von der «Bild»-Zeitung zitiert. „Dazu gehöre auch ein Intelligenztest. Man dürfe diese Frage nicht länger tabuisieren.“ Auch der CSU-Europaexperte Markus Ferber schloss sich der Forderung an. „Kanada zum Beispiel verlange von Zuwandererkindern einen höheren Intelligenzgrad als bei einheimischen Kindern.“

Schon kurze Zeit nach Erscheinen der Meldung erschienen die ersten Korrekturen, u. a. von der kanadischen Botschaft in Berlin. „Es gebe überhaupt keine Intelligenztests für Einwanderer, sagte die Pressesprecherin Jennifer Broadbridge auf Anfrage der Nachrichtenagentur DAPD. (APA)“.

  

Auch von der Bundesregierung wurde Trapps „hirnrissige Idee“ (Kölner Stadtanzeiger vom 28. Juni) empört zurückgewiesen: Die Staatsministerin für Migration und Integration, Maria Böhmer, wies Trapps Vorschlag als abwegig und wenig intelligent zurück und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit bezeichnete die Forderung als diskriminierend und menschenverachtend. Trotz der schnellen Reaktionen von verschiedenen Seiten ist es ein Skandal, dass Politiker_innen immer wieder solch reaktionäres Gedankengut öffentlich äußern, das man seit dem Nationalsozialismus überwunden glaubte. Interessant ist darüber hinaus der Verweis auf „Tabuisierung“, dessen sich konservative Stimmen wie etwa Trapp oder Ferber wiederholt bedienen: Das von ihnen wiederholt angerufene „Tabu“ impliziert, dass in Deutschland eine Zensur stattfinde, die eine „falsche political correctness“ befördert, während sich Politiker wie Trapp im gleichen Zuge eine aufklärerische Stimme zuschreiben. Mit rechten populistischen Parolen fischen folglich die, die im strahlenden Gewand der Aufklärung daherkommen, im rechten Sumpf Wählerstimmen.

 

In welcher Tradition Trapp und Ferber argumentieren, wird deutlich, wenn man sich die Geschichte der Intelligenztests vergegenwärtigt: Diese ist eng mit eugenischem Gedankengut und der rassistischen Kontrolle von Einwanderung verstrickt. Viele der Begründer_innen der Tests unterstützten die Eugenik und eine_r der prominenten amerikanischen Befürworter_innen setzte sich bereits um 1920 mit der Argumentation "Immigrant_innen haben eine niedrige Intelligenz" für restriktive Einwanderungsbestimmungen in den USA ein. Weitere Informationen zur Geschichte des IQ Tests, die ihren Beginn 1904 in Frankreich nimmt, finden sich hier

 

Es kommentierten:

Petra Szablewski-Çavuş

Bettina Kleiner

Andrea Snippe

 

 

„Sprachkursverweigerer“ am Pranger: ein Kommentar von Bettina Kleiner

Zu dem medialen Diskurs, der sich in letzter Zeit häufig in Schlagzeilen und Pressemeldungen über Urteile von Arbeitsgerichten wegen mangelnder Deutschkenntnisse abbildet, eine erste kritische Stimme in unserer gleichnamigen neuen Portalrubrik. Entzündet hat sich die Diskussion an einem besonderen Fundstück.

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