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Berufsbezogenes Deutsch

Berufsbezogenes Deutsch: Was ist das?

In Betrieben und Unternehmen steigen die kommunikativen Anforderungen am Arbeitsplatz und die Beschäftigten werden dort auf verschiedenen Ebenen mit neuen (sprachlichen) Herausforderungen konfrontiert. „Berufsbezogenes Deutsch“ bezieht sich auf sprachliche Anforderungen im Kontext eines bestimmten Arbeitsplatzes, einer Branche oder eines (Ausbildungs-)Berufes. Dabei geht es jedoch nicht zuerst um das Erlernen bzw. Beherrschen von Fachwortschatz und Grammatik, sondern vor allem um die schriftliche und mündliche Kommunikation, die mit einer bestimmten Arbeitstätigkeit - oder der Vorbereitung darauf - einhergeht. Die Arbeit der Koordinierungsstelle „Berufsbezogenes Deutsch“ konzentriert sich auf den berufsbezogenen Zweitsprachenunterricht für Migrant_innen.

Welche sprachlichen Handlungen beschreibt berufsbezogenes Deutsch?

Der berufsbezogene Deutschunterricht greift verschiedene kommunikative Anforderungen auf, die Bestandteil des Arbeitslebens sind – und dazu gehören z. B. auch Pausengespräche. Weitere Beispiele dafür sind:

  • Störungsmeldungen formulieren 
  • Telefongespräche führen 
  • Urlaubsanträge schreiben 
  • Sicherheitsvorschriften lesen 
  • Sich beim Betriebsrat informieren/beschweren
  • Gehaltsverhandlungen mit Vorgesetzten führen 

Um solche sprachlichen Anforderungen zu bewältigen, müssen die jeweiligen Sprecher_innen über eine ganze Reihe von kommunikativen Kompetenzen verfügen: Der inhaltliche Aufbau von Fachtexten und Arbeitsanweisungen muss ihnen ebenso geläufig sein wie das darin enthaltene Vokabular. Darüber hinaus ist es notwendig zu wissen, wie mit Kund_innen, Kolleg_innen oder Vorgesetzten gesprochen wird und die entsprechenden umgangssprachlichen, formalen oder höflichen Sprachformen und Register anwenden zu können. So ist „dein Schutzhelm hat ne Delle, Mann“ unter Umständen ein angemessener Hinweis an die Adresse des Kollegen, muss jedoch an den Vorgesetzten gerichtet sicher anders formuliert werden.

Welches Lehrmaterial bildet die Grundlage für den berufsbezogenen Deutschunterricht?

Auch wenn im Lauf der letzten Jahre vermehrt Lehrwerke entwickelt wurden, in denen die Kommunikation rund um den Arbeitsplatz oder bezogen auf bestimmte Branchen im Mittelpunkt steht, beschreibt ein methodisches Vorgehen, das sich kurz als „vom Bedarf zur Maßnahme“ (top down) charakterisieren lässt, den vielversprechenderen Weg zum teilnehmer- und handlungsorientierten Deutschunterricht. Dafür wird zunächst eine Sprachbedarfserhebung am Arbeitsplatz durchgeführt, auf deren Grundlage dann Unterrichtsmaterial entwickelt wird. Im Anschluss an die Sprachbedarfserhebung besteht im Unterricht sehr konkret die Möglichkeit, die sprachlichen Handlungen aufzugreifen, die in der Abteilung, im Betrieb oder an den Arbeitsplätzen eine Rolle spielen (z.B. das Erstellen von Übergabeprotokollen). Unterrichtsmaterial wird folglich auf der Grundlage authentischer Gesprächssituationen oder fachsprachlicher Texte am Arbeitsplatz erstellt.

Ziele des berufsbezogenen Deutschunterrichts

Berufsbezogene Deutschkurse zielen auf die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Partizipation von Migrant_innen am gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Gleichzeitig sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil innerbetrieblicher Weiterbildung: Indem die berufsbezogene sprachliche Handlungskompetenz der TN gestärkt wird, können häufig auch Arbeitsabläufe optimiert werden. Es geht in diesem Sinne weniger darum zu wissen, was eine „Bügelmessschraube“ ist als darum, schnell kommunizieren zu können, welches Problem sie verursacht.

 

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