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Die Datenerhebung für die Sprachbedarfsanalyse

Die Studierenden haben eine umfassende Sprachbedarfserhebung durchgeführt, um eine Grundlage für die Erstellung von bedarfsbezogenen Lehrmaterialien für das Berufsfeld Koch/Köchin zu erhalten. Zunächst machten sie sich mit dem Feld „Ausbildung zur Köchin“ vertraut, indem sie zum einen bei einem berufsbezogenen Deutschkurs für Köch_innen hospitierten und den Kontakt zu einer Berufsschule, in der Köche ausgebildet werden, aufnahmen. Dort suchten sie das Gespräch mit einer Berufsschullehrerin. Darüber hinaus wurden Informationen der Bundesagentur für Arbeit zum Beruf der Köchin sowie der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf recherchiert. Somit konnten die Studierenden sich einen ersten Eindruck von den beruflichen Anforderungen und den sprachlichen und fachlichen Anforderungen in der Ausbildung machen – eine wichtige Grundlage für die geplante spätere Kurskonzeption. 

Die wichtigste Quelle für die Sprachbedarfserhebung stellte aber die Befragung eines erfahrenen Kochs (Muttersprachler Deutsch) und ein Besuch in der Küche des Seniorenheims dar, in der er arbeitet. Die Studierenden gingen hierbei sehr systematisch vor: Zuerst identifizierten sie bei ihrem Besuch in der Küche die arbeitsplatzrelevanten Texte (Speisepläne, Reinigungspläne, Rezepte etc. pp.), mit denen Köch_innen im Alltag konfrontiert sind. Auf dieser Grundlage wurde ein Fragebogen mit offenen Fragen und solchen mit skalierten Antworten erstellt. Beim Ausfüllen des Fragebogens machte der Koch später Angaben zur Wichtigkeit und Häufigkeit des Vorkommens solcher Texte. Damit lagen den Studierenden subjektive Angaben eines Experten zu der Rolle dieser Texte im Arbeitsalltag vor. Interessant ist darüber hinaus, dass die Studierenden hier auch ihre Überlegungen dazu aufführen, warum bestimmte Datenerhebungsmethoden für sie nicht in Frage kamen – damit liefern sie den Leser_innen gewissermaßen erste Kriterien für die Auswahl solcher Erhebungsinstrumente. So schied etwa eine intensive Beobachtung der Arbeitsprozesse in der Küche aus, weil sie sich vor allem auf die Analyse und Aufbereitung von authentischen Dokumenten konzentrieren wollten, die später in Bezug auf die Lese- und Schreibkompetenzen Gegenstand der Didaktisierung sein sollten. Nicht zuletzt wurden auch die authentischen Dokumente beschafft, die nach den Angaben des Kochs eine große Rolle für den Arbeitsalltag spielen. Eine Bedürfnisanalyse wurde hingegen nicht vorgenommen. 

Hier geht es zur Sprachbedarfserhebung (ab S. 5)

Anhang: Fragebogen und Fachtexte