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Kurskonzept und Lehrerhandbuch

Wie wird nun aus den eher theoretischen Ergebnissen der linguistischen Analyse ein Kursplan und passendes Lehrmaterial? Nachdem die Studierenden zuvor relevante Textsorten und Inhalte ermittelt haben, orientieren sie im nächsten Schritt konsequent den Kursplan daran: So stehen Themen wie „Hygiene und Kontrolle in der Küche“ oder „Produktions- und Arbeitsabläufe“ im Mittelpunkt des Kurskonzepts. Die 6 Module des Kurses gehen auf alle sprachlichen Fertigkeiten ein, wobei Leseverstehen und schriftliche Kompetenzen übergeordnet werden. Als Lehrmaterial dienen u. a. authentische Texte, bei den Sozialformen dominieren Partner- und Gruppenarbeit. Besonders zu erwähnen ist, dass ein Lerntagebuch angeboten und auch dem so genannten „kulturellen Lernen“ Platz eingeräumt wird: Darunter verstehen die Entwickler_innen des Kursplans jedoch nicht etwa die Vermittlung stereotyper Vorstellungen zur Landeskultur, sondern möchten auf unterschiedliche Interpretationen und Deutungsmuster von Texten eingehen. 

Auch im Lehrerhandbuch zeigt sich eine umsichtige Konzeptionsweise: Aufbereitet finden sich darin die Module „Verstehen einer Hygienevorschrift“, „Lesen und Ausfüllen von Temperaturkontrollplänen“ und „Lesen, Schreiben und Kochen eines Rezepts“. Die Aktivitäten vor dem Lesenwährend dem Lesen und nach dem Lesen sind entsprechend farblich gekennzeichnet und die Textabschnitte zu Sozialformen, Materialien und Zielen mit Symbolen versehen – die graphische Gestaltung macht es leicht, sich zu orientieren. Die Teilnehmer-, Bedarfs-, und Handlungsorientierung zeigt sich sowohl im inhaltlichen Aufbau der Module als auch in den vorgeschlagenen Methoden. So wird das Lesen der Hygienevorschrift in Gruppen erarbeitet und von Techniken zum Wortschatzlernen und zum Bewusstmachen sprachlicher Phänomene begleitet. Die Grammatikvermittlung erfolgt kleinschrittig und induktiv – die grammatischen Phänomene werden in den Texten identifiziert, isoliert und dann schrittweise erarbeitet. Das Lesen der Temperaturkontrollpläne wird wiederum ins Verhältnis gesetzt mit der Hygienevorschrift und knüpft an das Fachwissen der Teilnehmenden an: Welche Beispiele zu Warm- und Kaltkomponenten fallen ihnen beispielsweise ein? Dann schließen Rezepte an, wobei die Teilnehmer_innen hier mehr als zuvor kreativ werden können. So finden sich hier nicht nur Aufgaben zum Lesen und Verstehen von Rezepten, zum Schreiben von Einkaufslisten und Rezepten, sondern abschließend sollen alle Rezepte zu einem Kurskochbuch zusammengeführt werden. Der fulminante Abschluss der Modulreihe besteht aber – ganz handlungsorientiert – nicht nur im Erstellen eines ganzen Speiseplans – u. a. mithilfe von Wortschatzübungen mit einem Komposita-Dominospiel – sondern in der ganz handfesten Umsetzung des Gelernten: Abschließend ist der Besuch einer Küche vorgesehen, wo die Kursteilnehmer_innen die Gelegenheit zum Kochen von Gerichten bekommen. Die Anwendung der Hygienevorschriften und des Temperaturkontrollplans ist Bestandteil dieser Unterrichtseinheiten.

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