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Auftakt der neuen Förderperiode: Resümee der Arbeitskonferenz

Gleich zu Beginn des Jahres und der neuen Förderperiode liefen bei uns in der Fachstelle die Vorbereitungen auf die Arbeitskonferenz des IQ-Förderprogramms auf Hochtouren: Gemeinsam mit der IQ-Fachstelle Anerkennungsberatung und Qualifizierung galt es, Struktur, Arbeitslinien und fachliche Impulse für die Arbeitskonferenz im März engmaschig zu planen und abzustimmen. Obwohl sich die Landesnetzwerke zum größten Teil noch mitten in der Aufbau- bzw. Erweiterungsphase befanden und weitestgehend mit der Konzipierung der Teilprojekte sowie der Besetzung der Personalstellen befasst waren, zeigte sich, dass wir sowohl auf verlässliche Kooperationsstrukturen als auch auf die fundierte Expertise im bundesweiten Netzwerk zurückgreifen konnten. Der frühe Termin der Konferenz bot darüber hinaus die Chance, Probleme und Hürden in den Landesnetzwerken bei der konzeptionellen Entwicklung von Anpassungsqualifizierungen und Beratungsangeboten zu identifizieren, auf Erfahrungen einzelner Landesnetzwerke hinzuweisen sowie Entwicklungsbedarfe bei den verantwortlichen beiden Fachstellen Berufsbezogenes Deutsch und Anerkennungsberatung / Qualifizierung anzumelden.


Im Themenfeld Berufsbezogenes Deutsch schärften sich durch die Arbeit in den Panels und Workshops die Bedarfe nach praxisbezogenen Hilfen in den Qualifizierungsfeldern Pflege und Medizin, Erzieherinnen und Erzieher sowie Wirtschaftswissenschaften als ein Berufsfeld im nicht-reglementierten akademischen Bereich. Als ersten Schritt planen wir hierzu einen Fachtag „Deutsch für Mediziner“ am 18.06.15 in Hamburg. 

Mittelfristig werden zur Schulung der Lehrkräfte in den Qualifizierungen weitere Trainingsmodule entwickelt, erprobt und dem IQ-Netzwerk zur Verfügung gestellt, differenziert nach den im Anpassungskontext relevanten Berufsfeldern. Darüber hinaus wird die Fachstelle u.a. flankierende digitale Lernmaterialien für verschiedene Berufsfelder bündeln bzw. selbst entwickeln und auf dem Themenportal www.deutsch-am-arbeitsplatz.de zur Verfügung stellen.

Die Herausforderungen des Virtuellen Klassenzimmers im Kontext von Anpassungsqualifizierungen in der neuen IQ-Förderrunde wurden ebenfalls auf der Arbeitskonferenz engagiert diskutiert – für das Handlungsfeld Berufsbezogenes Deutsch stellen sich hier noch einmal ganz grundlegende didaktisch-methodische Fragen. Zur Zeit erarbeiten und erproben wir hierzu ein Fortbildungsangebot für DaZ-Lehrkräfte u.a. mit dem Ziel, Inhalte in die Schulungsblöcke für IQ-Akteure einzubringen.

Mit dem Beginn der neuen Förderperiode wurde die Zielgruppe des IQ-Programms um Bleibeberechtigte und Flüchtlinge erweitert. In den Workshops der Arbeitskonferenz zu diesem Thema wurde u.a. der fehlende Zugang für Flüchtlinge zu Integrationskursen als Voraussetzung für weiterführende Sprach- und Qualifizierungsmaßnahmen bemängelt. Bis jetzt ist hier keine befriedigende Lösung in Sicht. Es steht vielmehr zu befürchten, dass sich angesichts der stark steigenden Bedarfe sowohl nach Integrationskursen als auch nach ESF-BAMF-Kursen die Angebotsstrukturen nicht verbessern, sondern eher verschlechtern werden. Die Fachstelle sieht ihre Aufgabe in Bezug auf langfristige Planungen und Entwicklungen darin, sich für ein öffentlich gefördertes regelhaftes Sprachbildungssystem für alle Zugewanderten einzusetzen.

Iris Beckmann-Schulz