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Fortbildungen zum Virtuellen Lernen

Viele Deutschlehrende, die (berufsbezogenen) Deutsch als Zweitsprache-Unterricht in einem „Virtuellen Klassenzimmer“ durchführen, sehen sich in der Arbeit mit diesem speziellen Medium vor besondere Herausforderungen gestellt und äußern einen Fortbildungsbedarf zu Fragen wie etwa diesen: 

Wie kann DaZ-Didaktik und -Methodik in das Virtuelle Klassenzimmer transferiert und das spezifische Potential des Mediums ausgeschöpft werden? Wie kann der Grad an Interaktion hergestellt werden, wie er den modernen Präsenzunterricht charakterisiert? Wie können auch in der virtuellen Dimension, Beziehungen und soziales Miteinander geschaffen und gestaltet werden?

Diese und ähnliche Fragen werden in den Fortbildungsmodulen aufgegriffen, die die Fachstelle für DaZ-Lehrkräfte seit Juni 2015 in zwei unterschiedlichen Zusammenhängen erprobt:

A.    Im Institut für Berufliche Bildung (IBB) im IQ-Landesnetzwerk Niedersachsen, das in vielen seiner Maßnahmen, so auch in vielen berufsbezogenen Deutschkursen, die auf der Konferenzsoftware vitero basierende Virtuelle Online Akademie VIONA® nutzt. Die Teilnehmenden befinden sich ebenso wie die Lehrenden an unterschiedlichen Orten, z. B. in Spanien oder Rumänien, treffen sich aber zu vorgegebenen Zeiten online in ihrem „Kursraum“. 

B.    In Zusammenarbeit mit der IQ-Fachstelle Beratung und Qualifizierung: Die Fachstelle führt Brückenmaßnahmen für zugewanderte Akademikerinnen und Akademiker durch, die Lerneinheiten im virtuellen Klassenzimmer und auf einer Lernplattform beinhalten. Genutzt wird das Konferenzsystem Adobe Connect für das Lernen im Virtuellen Klassenzimmer sowie das Lernmanagementsystem ILIAS. Beides wird von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) für das Förderprogramm IQ bereitgestellt.

Es bestätigt sich, dass das Virtuelle Klassenzimmer einen spezifischen Angebots- oder Aufforderungscharakter hat, der bei der didaktisch-methodischen Planung des Einsatzes berücksichtigt werden muss (vgl. Ohm, 2012). Eine 1 zu 1-Übertragung der Methoden ist nicht möglich, viele Methoden können aber angepasst übertragen werden, einige lassen sich nicht realisieren. Das Virtuelle Klassenzimmer bietet aber auch eigene Vorteile, so z. B. einen leichten Zugriff auf im Internet verfügbare Lernwerkzeuge. 


Susan Kaufmann

Literatur: Ohm, Udo (2012): Was bieten Telemedien an und wozu fordern Sie auf? Mediendidaktische Spezifika aus soziokultureller Perspektive. In: Reinfried, Marcus; Volkmann, Laurenz (Hrsg.): Medien im neokommunikativen Fremdsprachenunterricht. Einsatzformen, Inhalte, Lernerkompetenzen. Frankfurt/Main et al.: Peter Lang. S. 249-261.