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Prozesskette: Die Phase "Erwerbstätigkeit sichern und entwickeln"

Die letzte Phase zielt darauf, eine bestehende Erwerbstätigkeit zu sichern und weiterzuentwickeln. Hier sind zum Beispiel innerbetriebliche Qualifizierungsangebote von Bedeutung, gerade auch auf der Ebene des sprachlichen Trainings – sei es, um kommunikative Abläufe zu erleichtern oder um fachliche Weiterbildung sprachlich zu unterstützen. Für Existenzgründerinnen und -gründer sollte es Beratungsangebote geben, um ihre Selbstständigkeit zu stabilisieren. 

Beispiel 

Rashid Kapur kam 2008 aus Bangalore nach Aachen, nachdem er in Indien sein Studium als Elektro- und Messingenieur beendet hatte, um dort einen Masterstudiengang zu absolvieren. Schon während dieses Studiums ergaben sich Arbeitsmöglichkeiten für Rashid und bald nahm er auch eine Promotion in Angriff. Jetzt arbeitet er als promovierte Fachkraft in der Entwicklungsabteilung eines renommierten Unternehmens. In dieser Abteilung wird ohnehin fachlich fast nur auf Englisch kommuniziert; trotzdem fühlt sich Rashid oft als Außenseiter in der Abteilung und in der Firma, weil er kaum freundschaftliche Beziehungen zu seinen Kollegen aufbauen konnte. Einige Kollegen von Rashid Kapur, die ebenfalls Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, berichten von ähnlichen Problemen, und der Betriebsrat der Firma regt bei der Firmenleitung an, ein „In-haus“- Schulungsangebot zur Verbesserung der Team-Kommunikation im Haus für diese Kollegen zu organisieren. 

In Aachen – und auch in anderen Städten in Deutschland – bieten verschiedene öffentlich geförderte oder private Sprachkursanbieter an, solche Inhouse-Trainings eigens für die spezifischen Firmensituationen zu konzipieren und durchzuführen. Oft wird im Vorfeld der Durchführung eine „Sprachbedarfs-/Kommunikationsanalyse“ durchgeführt und auf dieser Basis das Programm konzipiert. Etwas allgemeiner gehalten sind aber auch Angebote z. B. von Volkshochschulen, die oft als „Konversationskurse“,„Kommunikationstraining“ oder unter der Ankündigung „Gesprächsführung im Beruf“, Rhetorik am Arbeitsplatz“, firmieren; allerdings richten sich üblicherweise nur die „Konversationskurse Deutsch“ an Lernende, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen. 

Nicht zuletzt aufgrund der demographischen Entwicklung in den deutschen Städten wäre es sicher zu begrüßen, wenn auch Angebote zu „Gesprächsführung“ und zur „Rhetorik“ verstärkt Konzepte erarbeiten, in denen die speziellen Sprachbedarfe von Beschäftigten mit Migrationshintergrund aufgegriffen werden.